Bürgermeisterwahl - Wahltag - 07.06.2026
Häufige Fragen und Antworten zu Ammersbek
KANDIDATUR: Warum kandidieren Sie unabhängig und parteilos?
Weil ich überzeugt bin, dass das Bürgermeisteramt in erster Linie den Menschen in Ammersbek verpflichtet sein sollte — nicht parteipolitischen Interessen.
AUSBLICK: Wo sehen Sie Ammersbek in zehn Jahren – was ist ihr Plan?
Ich wünsche mir, dass Ammersbek in zehn Jahren immer noch genau das ist, weshalb so viele Menschen bewusst hier leben möchten: eine grüne, lebendige und menschliche Gemeinde mit hoher Lebensqualität.
Mein Ziel ist nicht, Ammersbek möglichst groß oder möglichst dicht zu machen. Mein Ziel ist ein Ammersbek, das sich vernünftig weiterentwickelt, ohne seinen Charakter zu verlieren.
Ich sehe Ammersbek in zehn Jahren als Gemeinde,
· die ihre Grünflächen und Natur bewahrt hat,
· die ihre Infrastruktur nicht weiter vernachlässigt,
· die verlässliche Kitas und moderne Schulen bietet,
· die ihre Feuerwehren und das Ehrenamt stark unterstützt,
· die bezahlbares Wohnen mit Augenmaß ermöglicht,
· und die Bürgerinnen und Bürger frühzeitig und ehrlich in Entwicklungen einbindet.
Ich wünsche mir außerdem eine Verwaltung, die modern, transparent und erreichbar arbeitet. Viele Menschen möchten heute schneller informiert werden und nachvollziehen können, warum Entscheidungen getroffen werden. Genau dort sehe ich Entwicklungspotenzial.
Gleichzeitig müssen wir als Gemeinde stärker darauf achten, dass Entwicklung und Infrastruktur zusammenpassen. Neue Wohngebiete bringen nichts, wenn Straßen, Verkehr, Betreuung oder Versorgung nicht mitwachsen.
Und ich wünsche mir ein Ammersbek, das gesellschaftlich zusammenhält. Vereine, Feuerwehren, soziale Einrichtungen und Ehrenamtliche leisten dafür heute schon enorm viel. Dieses Miteinander möchte ich stärken.
Mein Plan ist deshalb kein einzelnes Großprojekt oder eine politische Schlagzeile. Mein Plan ist, Ammersbek Schritt für Schritt verantwortungsvoll weiterzuentwickeln — mit Augenmaß, Transparenz und engem Austausch mit den Menschen vor Ort.
SOZIALES - Was bedeutet für mich eigentlich „Soziales“?
Soziale Politik beginnt für mich nicht erst bei Satzungen, Zuständigkeiten oder Haushaltszahlen. Sie beginnt dort, wo Menschen Unterstützung, Halt, Chancen und manchmal einfach jemanden brauchen, der zuhört.
Viele Dinge kann ich deshalb nicht nur fachlich, sondern auch persönlich nachvollziehen.
Ich bin selbst nicht in einfachen Verhältnissen aufgewachsen. Meine Mutter ist früh verstorben. Mein Vater und mein Bruder waren bzw. sind schwer alkoholkrank und arbeitslos. Es gab Zeiten, die alles andere als leicht waren.
Einen wichtigen Anker habe ich damals bei meiner Patentante gefunden. Sie hat mir Halt gegeben und mich der Kirche in einem gesunden und bodenständigen Maß nähergebracht. Gleichzeitig hatte ich durch meinen Verein in Kiel Struktur, Gemeinschaft, Verlässlichkeit und Menschen, die an mich geglaubt haben. Rückblickend bin ich überzeugt, dass genau diese Erfahrungen meinen weiteren Lebensweg entscheidend geprägt haben.
Vielleicht liegt mir deshalb das Thema Soziales auch so besonders am Herzen.
Für mich bedeutet soziale Verantwortung:
- hinschauen statt wegsehen
- Menschen ernst nehmen
- Kinder und Jugendliche stärken
- Einsamkeit wahrnehmen
- Familien unterstützen
- Strukturen schaffen, die Halt geben
Gerade Vereine, Kirchen, Feuerwehren und soziale Einrichtungen leisten dabei oft unglaublich wertvolle Arbeit. Sie geben Gemeinschaft, Orientierung und manchmal genau den Halt, den Menschen in schwierigen Lebenssituationen brauchen.
Mir ist wichtig, dass soziale Themen in Ammersbek nicht nur verwaltet, sondern mit Menschlichkeit, Respekt und echter Aufmerksamkeit begleitet werden.
Denn oft sind es Begegnungen, Vertrauen und verlässliche Strukturen, die im Leben den entscheidenden Unterschied machen.
BEBAUUNG: Wie stehen Sie zum Rahmenplan Lottbek und 250 geplanten Wohneinheiten?
Die politische Grundsatzentscheidung zum Rahmenplan ist getroffen worden. Gleichzeitig nehme ich die Sorgen der Anwohnerinnen und Anwohner sehr ernst.
Meine persönliche Einschätzung ist, dass die Größenordnung sehr genau geprüft werden muss. Jede Wohneinheit, die aufgrund sinnvoller Abwägungen am Ende nicht entsteht, bedeutet auch mehr erhaltene Grünfläche.
Als Bürgermeisterin wäre meine Aufgabe, politische Beschlüsse verantwortungsvoll umzusetzen und gleichzeitig die Belange der Menschen vor Ort ernsthaft einzubringen. Vor dieser Aufgabe stehen wir im Rahmenplan Lottbek.
Bisherige Rückmeldungen, die unbedingt Beachtung finden müssen: Parkplatzsituation, Grünflächen, Bewegungsflächen im Schulbereich.
BEBAUUNG: Sind Sie gegen Bebauung?
Nein. Aber ich bin klar für maßvolle Entwicklung.
Ammersbek lebt von seinen Grünflächen und seinem Charakter. Entwicklung darf niemals losgelöst von Infrastruktur, Verkehr, Natur- und Klimaschutz gedacht werden.
FINANZEN: Sie sagen selber dass die Finanzlage sehr eng ist für die Gemeinde Ammersbek. Wie soll all das - Neubau Schule, Straßensanierungen, etc. finanziert werden?
Die Finanzlage der Gemeinde Ammersbek ist angespannt, und deshalb wäre es unseriös zu behaupten, man könne einfach alles gleichzeitig und sofort umsetzen.
Für mich heißt das: Wir brauchen klare Prioritäten, ehrliche Haushaltsführung und eine sehr genaue Prüfung, welche Maßnahmen zwingend notwendig sind, welche geschoben werden können und wo Fördermittel, Zuschüsse oder Gegenfinanzierungen möglich sind.
Beim Neubau der Grundschule Hoisbüttel ist genau das der Hintergrund des Rahmenplans Lottbek: Der Schulneubau ist notwendig, soll aber nicht allein den Gemeindehaushalt zusätzlich massiv belasten. Deshalb wurde politisch der Weg gewählt, über die Entwicklung von Flächen eine Gegenfinanzierung zu ermöglichen.
Gleichzeitig dürfen wir die bestehende Infrastruktur nicht weiter vernachlässigen. Der Jahresbericht 2025 selbst zeigt, dass bei Straßen und Brücken konkrete Maßnahmen anstehen oder verschoben wurden — etwa Schäferdresch, Rothwegen, Bünningstedter Feldweg/Steenhoop sowie Brückenmaßnahmen.
Mein Ansatz wäre deshalb: nicht alles versprechen, sondern sauber priorisieren. Pflichtaufgaben wie Schulen, Feuerwehr, Verkehrssicherheit, Straßen, Entwässerung und Betreuung müssen Vorrang haben. Freiwillige Leistungen sind wichtig für den Zusammenhalt, aber auch dort müssen wir genau hinschauen, wie wir sie erhalten können, ohne den Haushalt zu überfordern.
Wichtig ist mir außerdem Transparenz: Die Bürgerinnen und Bürger müssen nachvollziehen können, warum welche Maßnahme wann kommt — und warum anderes vielleicht warten muss.
Kurz gesagt: Es wird nicht ohne Abwägung gehen. Aber Nichtstun ist keine Lösung. Ammersbek braucht eine verantwortliche Finanzpolitik, die investiert, wo es notwendig ist, aber keine unrealistischen Versprechen macht.
FINANZEN UND INFRASTRUKTUR: Wie wollen Sie Straßen sanieren bei knapper Kassenlage?
Natürlich können wir nicht innerhalb weniger Jahre alle Probleme lösen. Aber der Erhalt unserer Infrastruktur ist eine Kernaufgabe.
Es braucht klare Prioritäten, realistische Planung und die Bereitschaft, dafür Mittel bereitzustellen. Stillstand darf keine Lösung sein.
BEZAHLBARER / SOZIALER WOHNRAUM: Wie stehen Sie zu sozialem Wohnraum?
Bezahlbares Wohnen darf kein Schlagwort bleiben.
Gerade dort, wo Entwicklungen in Gemeindehand liegen, müssen entsprechende Aspekte verbindlich eingefordert werden. Ammersbek muss auch für Menschen mit normalen Einkommen lebenswert bleiben.
ÖPNV: Die ÖPNV-Anbindungen sind nicht ausreichend; die Taktung lässt zu wünschen übrig und die Verbindung in den Ortsteil Daheim-Heimgarten fehlt ganz. Was können Sie hier tun?
Die Kritik an den ÖPNV-Anbindungen in Ammersbek höre ich tatsächlich sehr häufig — insbesondere mit Blick auf die Taktung und die Anbindung einzelner Ortsteile wie Daheim-Heimgarten.
Gerade für ältere Menschen, Schülerinnen und Schüler oder Berufspendler ist ein verlässlicher öffentlicher Nahverkehr enorm wichtig. Wenn Verbindungen fehlen oder Taktungen nicht alltagstauglich sind, schränkt das die Mobilität vieler Menschen erheblich ein.
Gleichzeitig muss man ehrlich sagen: Die Gemeinde Ammersbek kann den ÖPNV nicht allein steuern. Zuständigkeiten liegen hier überwiegend beim Kreis Stormarn, beim HVV sowie bei den jeweiligen Verkehrsunternehmen. Entscheidungen über Linienführungen, Taktungen oder zusätzliche Verbindungen werden dort getroffen.
Das bedeutet aber nicht, dass die Gemeinde keinen Einfluss nehmen kann.
Ich sehe es als wichtige Aufgabe des Bürgermeisteramtes, die Interessen Ammersbeks dort klar und kontinuierlich zu vertreten. Gerade die Situation in Daheim-Heimgarten sollte aus meiner Sicht nochmals gezielt thematisiert und geprüft werden. Denn eine gute Anbindung aller Ortsteile gehört für mich zu einer funktionierenden Gemeinde dazu.
Wichtig ist mir dabei auch, die tatsächlichen Bedarfe der Bürgerinnen und Bürger aufzunehmen und diese gebündelt an die zuständigen Stellen weiterzugeben. Je klarer Probleme und Bedürfnisse benannt werden, desto stärker kann Ammersbek hier auftreten.
Mein Ziel wäre deshalb, den Austausch mit Kreis, HVV und Verkehrsunternehmen aktiv zu suchen und Verbesserungen konsequent einzufordern — auch wenn die endgültigen Entscheidungen nicht allein in Ammersbek getroffen werden.
KLIMASCHUTZ: Wie wollen Sie Klimaschutz umsetzen?
Klimaschutz beginnt aus meiner Sicht nicht mit großen Schlagworten, sondern ganz konkret vor Ort.
Und ich glaube, dass Ammersbek hier bereits gute Ansätze hat, die wir verantwortungsvoll weiterentwickeln müssen.
Dazu gehören beispielsweise Photovoltaikanlagen auf öffentlichen Gebäuden, moderne und energieeffiziente Schulbauten oder die kommunale Wärmeplanung, die uns in den kommenden Jahren intensiv beschäftigen wird.
Für mich ist dabei aber ganz wichtig: Klimaschutz darf niemals isoliert betrachtet werden. Natur-, Klima- und Ressourcenschutz müssen frühzeitig in Planungen, Bauvorhaben und politische Entscheidungen eingebunden werden.
Das betrifft ganz konkrete Themen:
den Erhalt unserer Grünflächen,
den Schutz von Knicks und Gewässern,
eine möglichst geringe Flächenversiegelung,
klimaangepasste Ortsentwicklung,
Regenwassermanagement,
aber auch sichere Radwege, gute Fußwege und einen funktionierenden öffentlichen Nahverkehr.
Gleichzeitig müssen wir ehrlich bleiben - Ammersbek allein wird das Weltklima nicht retten.
Aber wir können unseren Beitrag leisten — vernünftig, wirtschaftlich tragfähig und mit Augenmaß.
Und genau das ist mir wichtig: Klimaschutz darf Menschen nicht gegeneinander ausspielen oder ideologisch geführt werden. Er muss praktikabel, nachvollziehbar und gesellschaftlich akzeptiert sein. Ich wünsche mir deshalb einen Klimaschutz, der die Menschen mitnimmt statt belehrt.
Und ich glaube auch, dass jeder Einzelne gefragt ist — nicht nur die Politik oder die Verwaltung.
Denn nachhaltiges Handeln beginnt oft im Alltag:
beim Umgang mit Energie,
bei Mobilität,
beim Umgang mit Ressourcen
oder beim bewussten Erhalt unserer Natur vor Ort.
Ammersbek lebt von seiner besonderen Verbindung aus Natur, Landschaft und lebenswerten Ortsteilen. Genau dieses Gleichgewicht möchte ich auch für kommende Generationen erhalten:
POLITISCHE HALTUNG: Wie stehen Sie zu rechtsradikalen Parteien?
Demokratie bedeutet, demokratische Prozesse zu akzeptieren.
Gleichzeitig sehe ich es als klare Aufgabe aller demokratischen Kräfte, aufmerksam zu bleiben und deutlich Haltung für ein respektvolles und weltoffenes Miteinander zu zeigen.
JUGEND: Wie wollen Sie junge Menschen erreichen?
Indem wir ihnen zuhören.
Viele Jugendliche wünschen sich mehr Freizeitangebote, Beteiligung und ernsthafte Ansprache. Politik darf nicht nur über junge Menschen reden — sie muss mit ihnen reden.
WOHNRAUM FÜR GEFLÜCHTETE UND WOHNUNGSLOSE: Wie steht es um Wohnungslose und Geflüchtete? Haben wir genug Wohnraum? Wie gehen wir damit um?
Das Thema Wohnraum für wohnungslose Menschen und Geflüchtete gehört aus meiner Sicht zu den großen sozialen Herausforderungen der kommenden Jahre — auch in Ammersbek.
Und ich finde, man muss hier ehrlich sein:
Die Situation ist angespannt.
Die Gemeinde steht vor der Aufgabe, bestehende Unterkünfte zu erhalten und teilweise zu renovieren. Gleichzeitig laufen Mietverträge aus beziehungsweise wurden gekündigt, sodass weiterhin dringend Wohnraum und Mietobjekte benötigt werden, um Menschen überhaupt unterbringen zu können.
Dabei geht es nicht nur um Geflüchtete, sondern auch um wohnungslose oder von Wohnungslosigkeit bedrohte Menschen aus unserer eigenen Gemeinde. Gerade diese Situationen zeigen sehr deutlich, wie wichtig funktionierende soziale Strukturen sind.
Mir persönlich ist wichtig, dass Unterbringung menschenwürdig erfolgt. Deshalb braucht es vernünftige Lösungen mit Augenmaß.
Aus meiner Sicht gehört dazu:
· bestehende Unterkünfte sinnvoll zu erhalten und zu modernisieren,
· weiterhin aktiv nach geeigneten Mietobjekten zu suchen,
· frühzeitig mit Eigentümern und Vermietern ins Gespräch zu gehen,
· und Menschen nicht nur „unterzubringen“, sondern möglichst auch in gesellschaftliche Strukturen zu integrieren.
Gerade Ehrenamt und Initiativen wie der Freundeskreis für Flüchtlinge leisten hier bereits heute einen enorm wichtigen Beitrag. Gleichzeitig darf man solche Aufgaben nicht allein auf Ehrenamtliche abwälzen. Ehrenamt kann unterstützen, aber professionelle Strukturen nicht ersetzen.
Wichtig ist mir außerdem, sachlich und verantwortungsvoll mit dem Thema umzugehen. Kommunen haben gesetzliche Verpflichtungen zur Unterbringung — gleichzeitig müssen Lösungen tragfähig und für die Gemeinde leistbar bleiben.
SOZIALARBEIT: Hat die Gemeinde Sozialpädagogen bzw. Streetworker, um Probleme im Kern zu erkennen und zu beheben - hier geht es um Jugendliche, die nichts mit sich anzufangen wissen und rumlungern sowie um Wohnungslose, die an Hotspots aufeinander hocken. Gibt es niedrigschwellige Angebote für diese Gruppen?
Die Frage nach niedrigschwelligen sozialen Angeboten für Jugendliche und auch für wohnungslose beziehungsweise sozial belastete Menschen halte ich für sehr wichtig.
Gerade wenn Jugendliche „herumlungern“, steckt dahinter häufig nicht einfach Desinteresse, sondern oftmals fehlende Angebote, fehlende Begegnungsorte oder das Gefühl, nicht wirklich wahrgenommen zu werden. Ähnlich ist es bei wohnungslosen oder sozial belasteten Menschen, die sich an bestimmten Treffpunkten sammeln. Probleme verschwinden nicht dadurch, dass man sie verdrängt — man muss hinschauen und frühzeitig ansetzen.
Aus meiner Sicht zeigt sich deutlich, dass soziale Arbeit und insbesondere niedrigschwellige Angebote künftig weiter an Bedeutung gewinnen werden.
Deshalb halte ich auch Themen wie Jugendsozialarbeit, Streetwork, aufsuchende Arbeit und Begegnungsangebote grundsätzlich für sehr wichtig. Gerade solche Angebote können helfen, Probleme frühzeitig zu erkennen, Konflikte zu entschärfen und Menschen wieder besser in gesellschaftliche Strukturen einzubinden.
Man muss dabei allerdings ehrlich sagen: Ammersbek ist eine vergleichsweise kleine Gemeinde mit begrenzten finanziellen Möglichkeiten. Viele soziale Hilfsangebote werden kreisweit organisiert oder gemeinsam mit freien Trägern umgesetzt. Die Gemeinde allein kann nicht jede Struktur vollständig selbst aufbauen.
Trotzdem sehe ich es als Aufgabe des Bürgermeisteramtes, diese Themen ernst zu nehmen, Bedarfe klar anzusprechen und gemeinsam mit Politik, Kreis, Trägern und sozialen Einrichtungen nach sinnvollen Lösungen zu suchen. Prävention ist am Ende häufig nicht nur menschlich sinnvoller, sondern auch langfristig günstiger als spätere Krisenbewältigung.
Mir persönlich ist wichtig, dass Menschen — gerade junge Menschen — nicht das Gefühl bekommen, mit ihren Problemen oder ihrer gefühlten Perspektivlosigkeit allein zu sein.
KITA - GESCHWISTERERMÄßIGUNG: Ich habe gehört, dass Sie bei Kitas verantwortlich sind, dass die Geschwisterermäßigung von 70 auf 50 % reduziert wird ab August: Warum machen Sie das?
Hier muss ich die Darstellung allerdings klar einordnen.
Die Änderung der Geschwisterermäßigung wurde nicht durch mich oder durch die Gemeinde Ammersbek beschlossen, sondern durch den Kreistag des Kreises Stormarn im Rahmen einer Satzungsänderung. Die Zuständigkeit hierfür liegt beim Kreis.
Die Eltern erhalten die entsprechenden Bewilligungsbescheide auch direkt vom Kreis Stormarn. Die Gemeinde Ammersbek erstellt auf Grundlage dieser Bescheide anschließend lediglich die endgültigen Gebührenbescheide für Eltern, deren Kinder gemeindeeigene Kitas besuchen.
Von daher halte ich mich von dem Vorwurf, ich hätte diese Änderung „verantwortet“, ausdrücklich frei. Diese Darstellung ist sachlich nicht korrekt.
Unabhängig davon verstehe ich selbstverständlich, dass solche Änderungen Familien beschäftigen und teilweise auch belasten. Gerade deshalb halte ich es für wichtig, bei solchen Themen sauber zwischen politischen Zuständigkeiten und Verwaltungsumsetzung zu unterscheiden.
BETREUUNGSANGEBOT IN DEN KITAS: Die Kita Lottbek soll Gruppenanpassungen erfahren. Das finde ich als Mutter nicht gut. Ich wünsche, dass die Strukturen so bleiben.
Ich kann sehr gut nachvollziehen, dass Veränderungen in einer Kita bei Eltern Sorgen auslösen — gerade wenn Kinder bereits gut angekommen sind und vertraute Strukturen bestehen.
Hintergrund der geplanten Anpassungen in der Kita Lottbek ist allerdings vor allem die derzeit deutlich rückläufige Nachfrage im Krippenbereich. Es stehen 40 Krippenplätze zur Verfügung - ab August sind jedoch nur noch etwa sieben Plätze nachgefragt beziehungsweise belegt. Viele Kinder wachsen in den Elementarbereich auf, gleichzeitig gehen die Kinderzahlen insgesamt zurück.
Darauf muss verantwortungsvoll reagiert werden — sowohl mit Blick auf die tatsächlichen Betreuungsbedarfe als auch im personellen und wirtschaftlichen Bereich. Ziel der Anpassungen ist ausdrücklich nicht, Qualität abzubauen, sondern die Kita langfristig stabil und gut aufzustellen, möglichst viel Personal zu halten und weiterhin die notwendigen Förderungen für die Gruppen zu erhalten.
Nach aktuellem Stand ist deshalb vorgesehen, eine Krippengruppe zu schließen, da diese sonst ohne Belegung wäre.
Wichtig ist mir aber auch:
Das pädagogische Team steht den Veränderungen grundsätzlich positiv gegenüber und begleitet diesen Prozess fachlich sehr verantwortungsvoll. Deshalb würde ich persönlich darum bitten, der Einrichtungsleitung und dem Team Vertrauen entgegenzubringen.
Und selbstverständlich gilt auch: Sollte sich die Situation künftig wieder verändern — beispielsweise durch neue Baugebiete oder steigende Kinderzahlen — wird das Betreuungsangebot erneut angepasst werden. Genau so wurde es auch in der Vergangenheit gehandhabt.
OFFENER GANZTAG: Was ist mit dem Offenen Ganztag? Wir hören nichts und wissen nichts von der Betreuung ab sommer 2026
Ich kann sehr gut nachvollziehen, dass viele Eltern sich beim Thema Offener Ganztag Planungssicherheit wünschen — gerade mit Blick auf den Start ab Sommer 2026.
Die Gemeinde befindet sich derzeit in intensiven Abstimmungsprozessen mit der Politik. Die grundsätzliche Richtung, beispielsweise bei den Betreuungszeiten, ist erarbeitet. Wichtige politische Entscheidungen stehen noch aus — insbesondere zur Gebührenstruktur sowie zur dafür notwendigen Satzung als rechtliche Grundlage.
In der Verwaltung wird hierzu bereits seit längerer Zeit intensiv gearbeitet. Gleichzeitig waren und sind wir bei einzelnen Rahmenbedingungen auch auf Vorgaben und Zulieferungen von Kreis- und Landesebene angewiesen, die teilweise erst nach und nach konkretisiert wurden.
Mir persönlich ist wichtig, dass am Ende ein verlässliches, tragfähiges und für Familien nachvollziehbares Modell entsteht.
Ich gehe davon aus, dass hierzu in der kommenden Zeit weitere konkrete Informationen folgen werden.
SPIELPLÄTZE: Wie sieht es mit neuen Geräten und Sanierungen aus?
Die Gemeinde Ammersbek stellt auch weiterhin Mittel für Unterhaltung, Modernisierung und sicherheitsrelevante Maßnahmen auf unseren Spielplätzen bereit. Gleichzeitig muss man ehrlich sagen, dass die derzeitige Haushaltslage insgesamt angespannt ist und deshalb nicht alle Wünsche sofort umgesetzt werden können.
Positiv finde ich, dass bei neuen Spielplatzgestaltungen auch die Kinder beteiligt werden und Wünsche zu Spielgeräten aktiv abgefragt werden. Diesen Weg halte ich für richtig und wichtig.
Gleichzeitig sehe ich gerade beim Thema Inklusion, Aufenthaltsqualität und Angebote für unterschiedliche Altersgruppen noch Entwicklungspotenzial. Spiel- und Begegnungsflächen müssen künftig stärker als Orte für gemeinsames Miteinander gedacht werden.
Wichtig ist mir dabei ein realistischer und verantwortungsvoller Umgang mit den vorhandenen Haushaltsmitteln — aber ebenso der klare Wille, die Aufenthalts- und Freizeitqualität für Kinder, Jugendliche und Familien in Ammersbek Schritt für Schritt weiter zu verbessern.
KOMMUNIKATION UND INFORMATIONSWEGE DER VERWALTUNG:
Ehrlich gesagt bringen Sie damit genau den Punkt auf den Tisch, den ich persönlich ebenfalls als einen der wichtigsten Bereiche moderner Verwaltungsarbeit sehe.
Viele Menschen wünschen sich heute nachvollziehbare, verständliche und vor allem zeitnahe Informationen darüber, was in ihrer Gemeinde passiert. Nicht erst dann, wenn Entscheidungen bereits gefallen sind, sondern möglichst frühzeitig und transparent.
Die von Ihnen genannten Ideen — beispielsweise kurze verständliche Zusammenfassungen nach Sitzungen, digitale Informationsangebote, Newsletter, Social-Media-Kanäle oder frühzeitige Beteiligungsmöglichkeiten — entsprechen sehr stark meinen eigenen Vorstellungen davon, wie Verwaltung und Gemeinde künftig auftreten sollten.
Mir ist dabei allerdings auch wichtig:
Die bisherigen Wege dürfen nicht verloren gehen. Persönliche Gespräche, analoge Öffnungszeiten, direkte Ansprechpartner und klassische Informationswege bleiben gerade für viele Menschen weiterhin wichtig.
Mein Ziel wäre deshalb nicht „entweder digital oder persönlich“, sondern beides sinnvoll miteinander zu verbinden.
Ich halte es für absolut notwendig, die Gemeinde moderner, transparenter und offener in der Kommunikation aufzustellen. Gerade kurze und verständliche Informationsblöcke zu Sitzungen, Projekten, Kostenständen oder nächsten Schritten könnten aus meiner Sicht viel stärker dazu beitragen, Bürgerinnen und Bürger mitzunehmen und Vertrauen zu schaffen.
Deshalb freue ich mich ehrlich sehr darüber, dass ich mit meinen Vorstellungen von moderner Verwaltungsarbeit und transparenter Kommunikation offenbar genau den Nerv vieler Menschen treffe.
INKLUSION:
Ich bin mit allgemeinen Aussagen wie „Wir wollen inklusiv arbeiten“ oder „Inklusion ist uns wichtig“ durchaus vertraut — unter anderem auch aus meiner Zeit als stellvertretende Schwerbehindertenbeauftragte im NDR. Dort habe ich sehr deutlich erlebt, dass zwischen gut gemeinten Formulierungen und echter gelebter Teilhabe oftmals ein erheblicher Unterschied besteht.
Nach meinem Eindruck wird Inklusion häufig noch zu stark aus Sicht von Barrierefreiheit gedacht — also beispielsweise: „Kann man den Ort erreichen?“ Die eigentliche Frage müsste aber viel häufiger lauten: „Kann ein Mensch dort wirklich selbstverständlich teilhaben und mitmachen?“
Das betrifft Spielplätze genauso wie Freizeitangebote, Begegnungsorte oder Beteiligungsmöglichkeiten.
Derzeit wird bei neuen Spielplatzgestaltungen in Ammersbek zwar bereits Kinderbeteiligung durchgeführt — also beispielsweise die Frage, welche Spielgeräte sich Kinder wünschen. Das halte ich grundsätzlich für richtig. Gleichzeitig zeigt sich sehr deutlich, dass dabei die Perspektive von Kindern mit Einschränkungen künftig noch viel stärker mitgedacht werden muss.
Hier sehe ich die Gemeinde auch klar in einer Vorbildfunktion.
Hinzu kommt, dass das Thema Kinder- und Jugendarbeit insgesamt bereits jetzt in meinem Fokus steht — gerade auch für Jugendliche ab etwa zwölf Jahren, für die es aus meiner Sicht generell noch zu wenige niedrigschwellige Angebote und Aufenthaltsmöglichkeiten gibt.
Aktuell wird ein großer Teil der Kinder- und Jugendarbeit in Ammersbek durch Vereine und die Freiwilligen Feuerwehren getragen. Dort gibt es auch bereits unterschiedliche Angebote für Menschen mit körperlichen Einschränkungen beziehungsweise Integrationsbedarf.
Gleichzeitig darf Inklusion nicht allein vom Ehrenamt abhängen, sondern muss insgesamt stärker mitgedacht werden.
Gerade auch in unseren Kindertagesstätten hat die Betreuung von Kindern mit Einschränkungen in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Viele Kolleginnen und Kollegen haben hierzu zusätzliche Fortbildungen absolviert und arbeiten mit großem Engagement und echter Freude mit Kindern mit Integrationsbedarf.
Aber auch dort zeigt sich: Inklusion ist keine abgeschlossene Aufgabe, sondern ein dauerhafter Entwicklungsprozess.
THEMEN, DIE ICH IN MEINER AMTSZEIT ANGEHEN WERDE:
Wohnen:
Beim Thema Wohnen halte ich eine maßvolle und ortsverträgliche Entwicklung für wichtig. Gerade im Zusammenhang mit dem Rahmenplan Lottbek wird es darum gehen, verantwortungsvoll abzuwägen und die Belange der Menschen vor Ort ernst zu nehmen. Grundsätzlich sehe ich weitere große Neubaugebiete kritisch, sofern dies im Einflussbereich der Gemeinde liegt. Nachverdichtung sollte nur vorsichtig und mit Augenmaß erfolgen. Ammersbek soll seinen grünen und gewachsenen Charakter behalten.
Verkehr und Mobilität:
Der Zustand vieler Straßen und Radwege beschäftigt viele Bürgerinnen und Bürger zu Recht. Hier muss der Erhalt der Infrastruktur wieder stärker in den Fokus rücken. Gleichzeitig müssen sichere Radwege, gute Fußwege und ein verlässlicher öffentlicher Nahverkehr weiter eingefordert werden — auch gegenüber Kreis, Land und Verkehrsunternehmen, da viele Zuständigkeiten dort liegen. Wichtig ist mir dabei immer eine realistische und alltagstaugliche Betrachtung für Ammersbek als Flächengemeinde.
Klima und Umwelt:
Natur-, Klima- und Ressourcenschutz müssen aus meiner Sicht frühzeitig in Planungen und politische Entscheidungen eingebunden werden. Dazu gehören der Erhalt von Grünflächen und Knicks, möglichst geringe Flächenversiegelung, klimaangepasste Ortsentwicklung, nachhaltige Wärmeplanung sowie die Nutzung erneuerbarer Energien auf öffentlichen Gebäuden. Gleichzeitig muss Klimaschutz praktikabel, wirtschaftlich tragfähig und gesellschaftlich akzeptiert umgesetzt werden.
Digitalisierung der Verwaltung:
Die Verwaltung muss digitaler und moderner werden. Bürgerinnen und Bürger sollen mehr Leistungen unkompliziert digital nutzen können. Gleichzeitig ist mir aber ganz wichtig, dass persönliche Gespräche, analoge Öffnungszeiten und direkte Ansprechpartner erhalten bleiben. Digitalisierung darf Menschen nicht ausschließen. Zudem müssen digitale Schnittstellen — zum Beispiel zum Kreis Stormarn — deutlich besser vernetzt werden. Auch das digitale Dokumentenmanagement darf nicht in den Anfängen stehen bleiben, sondern muss mit Nachdruck weiterentwickelt werden, um Verwaltungsabläufe effizienter und transparenter zu gestalten.
Lassen Sie uns gemeinsam Ammersbek gestalten - Ihre Meinung zählt!
Ob bei einem Gespräch auf der Straße, bei Veranstaltungen oder über das Kontaktformular auf dieser Homepage – ich erhalte viele wertvolle Anregungen, Meinungen und Wünsche von Ihnen.
Jede Nachricht wird gelesen und so klar wie möglich beantwortet. Mir ist ein offener und ehrlicher Umgang wichtig – denn nur so kann ein vertrauensvoller Dialog entstehen, der unsere Gemeinde wirklich voranbringt.